FÖRDERKREIS DER STIFTUNG „SINGEN MIT KINDERN"

Vorgeschichte

Vorgeschichte und Anlass:

Ausgehend von den internationalen Untersuchungen der Aker-Organisation (Kopenhagen) in den 90er Jahren fanden in den Jahren 1997 und 1998 in Biel und Yverdon musiksoziologische Kongresse statt, bei denen u. a. die Häufigkeit des Singens mit Kindern in vielen Ländern der Welt verglichen wurde. Während z. B. in Südkorea oder Schweden fast täglich mit Kindern im Familienkreise gesungen wird und das tägliche Singen in den Kindertageseinrichtungen und den Elementarschulen eine lange Tradition hat, ist das Singen von Erwachsenen mit Kindern in Deutschland in bedenklicher Weise zu gering - so jedenfalls die damaligen Kongressergebnisse.

Unter dem Anspruch, ein besonderes Kinder- und Musikland zu sein, befasste sich das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport in Baden-Württemberg ab dem Jahre 1999 sehr ernsthaft mit diesem Missverhältnis. So kam es dann in Initiative von Kultusministerin Dr. Anette Schavan MdL und Kultusstaatssekretär Rudolf Köberle MdL zu einer Einrichtung, wie sie zuvor noch in keinem anderen deutschen Bundesland entstanden war, dem „Bündnis für das Singen mit Kindern“.

 

In Federführung von Staatssekretär Köberle MdLwurden rd. 200 Persönlichkeiten des Landes Baden-Württemberg aus den Bereichen Kultur, Gesellschaft und Politik aufgerufen, sich diesem Bündnis anzuschließen und die Bemühungen des Ministeriums zu verstärken, dass wieder mehr mit unseren Kindern gesungen wird. 120 Persönlichkeiten reagierten sehr positiv und sicherten ihre Unterstützung zu. Daher wurde unter Vorsitz von Staatssekretär Köberle MdL am 20. Mai 2000 im Haus der Abgeordneten in Stuttgart dieses Bündnis beschlossen. Dabei waren es vor allem auch die Verbände der Kirchenmusik und die weltlichen Musikbünde zahlreich vertreten.

Alsbald wurden von den Bündnismitgliedern 5 Arbeitsgruppen gebildet, sich die den Themen:

  • Singen in der Familie
  • Singen in Kindergarten und Kindertageseinrichtungen
  • Singen in der Grundschule
  • Wissenschaftliche Arbeiten zum Singen mit Kindern
  • Strukturelle Maßnahmen

widmeten. Dies führte zur Agenda 2000, einem Arbeitspapier mit dem Ziel, viele Maßnahmenvorschläge innerhalb der kommenden 10 Jahre zu verwirklichen.

In den Diskussionsrunden der Arbeitskreise, an denen 80 Persönlichkeiten teilnahmen und die bis zum Sommer des Jahres 2001 andauerten, kam es zu einem gemeinsamen Resultat: „Wir benötigen ein operatives Zentrum, um mit der konkreten Umsetzung der vielen Maßnahmenvorschläge beginnen zu können".

Es war alsdann der Vorschlag von Ministerialdirektor Thomas Halder, dem Amtschef des Ministeriums , eine Stiftung ins Leben zu rufen, in deren Kuratorium nicht allein das Kultusministerium bzw. zusätzlich das Sozialministerium tonangebend wirken, sondern möglichst viele Kräfte des Landes, welche sich für die musikalische Bildung von Kindern engagiert einsetzen: Die Kirchen, die Elternvertretungen, der Landesmusikrat, die geistlichen und die weltlichen Musikbünde und viele weitere Musikinstitutionen.

Von großer Bedeutung war hierbei auch die Erörterung eines Leitbildes. Angeregt wurde z. B., auch das instrumentale Musizieren einzubeziehen und ein Bündnis für das Singen und Musizieren mit Kindern zu bilden. Da aber aufgrund des gut gewachsenen Netzes von Jugendmusikschulen im Bereich der Instrumentalmusik schon eine erfolgreiche Entwicklung angebahnt war, blieb es beim Dreiklang der Worte "Singen mit Kindern" und dem Leitauftrag, auf vielen verschiedenen Wegen zu erreichen, dass Erwachsene wieder mehr mit Kindern singen.